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Vortrag im SoVD über die Schweriner Schiedsstelle

Ein Streit unter Nachbar*innen kann schnell eskalieren. Doch muss deshalb gleich ein Gericht eingeschaltet werden? Dass es auch einen anderen Weg gibt, erlebten die Mitglieder und Gäste des SoVD-Kreisverbandes Schwerin bei einer abwechslungsreichen Veranstaltung am 12. Oktober im Quartier Friedrich's. Als Gast begrüßte die Vorsitzende Andrea Preuß-Borowsky Edgar Hummelsheim von der Schweriner Schiedsstelle. Er gab den Anwesenden interessante Einblicke in die Arbeit der Schiedsstelle und zeigte, wie Konflikte frühzeitig und möglichst einvernehmlich gelöst werden können.

Edgar Hummelsheim von der Schweriner Schiedsstelle bei seinem Vortrag.
Edgar Hummelsheim von der Schweriner Schiedsstelle bei seinem Vortrag.

Für einen unterhaltsamen Einstieg sorgten Doris Seemann und Andrea Preuß-Borowsky mit einem kleinen Sketch. Beide schlüpften in die Rollen zweier zerstrittener Nachbarinnen und stellten einen typischen Nachbarschaftskonflikt dar. Dabei gab es für die Gäste einiges zum Schmunzeln – schließlich kommen solche Situationen vielen Menschen aus dem Alltag bekannt vor.

Doch bei der humorvollen Darstellung blieb es nicht. Gemeinsam mit den Gästen und unter fachkundiger Begleitung von Edgar Hummelsheim wurde überlegt, wie sich der Streit beilegen ließe. Schritt für Schritt entwickelte sich eine Lösung, mit der beide Seiten leben konnten. Damit wurde anschaulich deutlich, wie wichtig Zuhören, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft zum Kompromiss sind.

Schlichten statt Richten – eine wichtige Aufgabe

Im anschließenden Vortrag erläuterte Edgar Hummelsheim die Aufgaben und Möglichkeiten der Schweriner Schiedsstelle. Sie unterstützt Menschen dabei, Streitigkeiten außergerichtlich beizulegen. Dazu gehören beispielsweise

  • Nachbarschaftsstreitigkeiten und Lärmbelästigungen
  • Ärger über mangelhafte Reparaturen
  • Schadensersatz- und Schmerzensgeldforderungen
  • Beleidigungen und Verleumdungen
  • Leichte Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch

Die Schiedspersonen arbeiten ehrenamtlich und unparteiisch. Sie geben beiden Seiten Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge darzustellen, und helfen ihnen dabei, eine gemeinsame Lösung zu finden. Anders als bei einem Gerichtsverfahren, bei dem eine Entscheidung getroffen wird, steht bei der Schlichtung die einvernehmliche Verständigung im Mittelpunkt.

Das kann Zeit und Kosten sparen und verhindert im besten Fall, dass sich ein Konflikt über Monate oder Jahre hinzieht. Gerade bei Nachbarschaftsstreitigkeiten ist das wichtig, denn schließlich möchte man auch künftig friedlich miteinander leben können.

Kommt es zu einer Einigung, kann diese in einem verbindlichen Vergleich festgehalten werden. Bei bestimmten nachbarrechtlichen und strafrechtlichen Streitigkeiten ist ein Schlichtungsversuch vor einem Gerichtsverfahren sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Die Schiedsstelle ist damit eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die eine faire und möglichst unkomplizierte Lösung suchen, ohne unmittelbar einen gerichtlichen Rechtsstreit führen zu müssen.

Ein Nachmittag mit einer wertvollen Botschaft

Die Veranstaltung machte deutlich, wie schnell Missverständnisse und unterschiedliche Erwartungen zu Konflikten führen können – und wie viel sich durch ein rechtzeitiges Gespräch erreichen lässt. Die Verbindung aus humorvoller Darstellung, praktischen Lösungsvorschlägen und fachlichen Informationen sorgte für einen lebendigen Austausch mit den Gästen.

Der SoVD-Kreisverband Schwerin bedankt sich herzlich bei Edgar Hummelsheim für seine anschaulichen Erläuterungen, bei Doris Seemann für die gelungene Mitwirkung am Sketch und bei allen Gästen, die sich mit ihren Ideen aktiv an der Lösung des nachgestellten Streits beteiligt haben.

Die wichtigste Erkenntnis des Nachmittags: Ein Streit muss nicht zum Dauerzustand werden. Wer miteinander redet und bereit ist, aufeinander zuzugehen, kann oft mehr erreichen als mit gegenseitigen Vorwürfen.

Mit Veranstaltungen wie dieser möchte der SoVD-Kreisverband Schwerin seinen Mitgliedern nicht nur interessante Informationen vermitteln, sondern auch praktische Anregungen für den Alltag und ein gutes Miteinander geben.