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Vortrag im Mai: KI verstehen statt fürchten

Zwischen Neugier und Skepsis: Kaum ein Thema bewegt derzeit so sehr wie die Künstliche Intelligenz. Ist sie ein hilfreicher Begleiter im Alltag – oder eine unterschätzte Gefahr? Unter genau dieser Fragestellung stellte der SoVD-Kreisverband Schwerin seine jüngste Veranstaltung.

Zwei Männer und eine Frau sitzen und stehen am Tisch.
Die Vorsitzenden mit dem Referenten Helmut Breitag.

Die Vorsitzende Andrea Preuß-Borowsky eröffnete den Abend und begrüßte neben den Mitgliedern auch zahlreiche Gäste sowie den Referenten Helmut Breitag vom Schweriner Seniorenbüro. Als Technikbotschafter und „Silver Surfer“ steht er für praxisnahe digitale Aufklärung – und das mit besonderer Glaubwürdigkeit: Sowohl die Vorsitzende als auch ihr Stellvertreter Karl-Heinz Müller haben ihre Ausbildung bei ihm absolviert.

Was dann folgte, war weit mehr als ein klassischer Vortrag. Eindrucksvoll und verständlich zeigte Breitag, wie tief Künstliche Intelligenz bereits im Alltag angekommen ist. Sie formuliert Texte, übersetzt Sprachen in Sekunden, fasst komplexe Inhalte verständlich zusammen und hilft bei ganz praktischen Fragen – vom passenden Rezept bis zur Reiseplanung. Sie organisiert Termine, erinnert an Medikamente und beantwortet Fragen, die früher mühsam recherchiert werden mussten. Kurz: KI ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein Werkzeug, das bereits heute genutzt wird – oft, ohne dass es bewusst wahrgenommen wird.

Doch der Referent beließ es nicht bei den Chancen. Ebenso deutlich sprach er die Risiken an: täuschend echte Falschinformationen, undurchsichtige Datenverarbeitung und die wachsende Abhängigkeit von digitalen Systemen. Sein Appell: Technik verstehen, statt ihr blind zu vertrauen.

Dass dieser Impuls ankam, zeigte die anschließende Diskussion. Engagiert, kritisch und offen tauschten sich die Teilnehmenden aus – ein lebendiger Beweis dafür, wie sehr das Thema bewegt und wie groß der Wunsch ist, Schritt zu halten mit den Entwicklungen unserer Zeit.

Zum Abschluss lenkte Andrea Preuß-Borowsky den Blick bewusst auf konkrete Unterstützung vor Ort: Das Schweriner Seniorenbüro bietet zahlreiche Kurse rund um Smartphone, Laptop und auch Künstliche Intelligenz an – niedrigschwellig, verständlich und ausdrücklich seniorengerecht. Niemand muss Berührungsängste haben, der Einstieg wird leicht gemacht.

Gleichzeitig stellte sie klar: Während es in Schwerin vielerorts Kaffee- und Spielrunden als gesellige Treffpunkte gibt, setzt der SoVD-Kreisverband Schwerin bewusst einen anderen Schwerpunkt. Seine Veranstaltungen richten sich an alle, die sich informieren, weiterbilden und mit aktuellen Themen auseinandersetzen möchten.

Die Botschaft des Abends war damit eindeutig: Die Generation 60+ will nicht stehen bleiben. Sie will verstehen, mitreden und mitgestalten. Und genau dafür schafft der SoVD-Kreisverband Schwerin den passenden Rahmen – mit Themen, die nicht nur informieren, sondern zum Weiterdenken anregen.

Andrea Preuß-Borowsky