Zu Gast waren Mitarbeiter*innen des Kompetenzzentrums für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen in Schwerin. Das Kompetenzzentrum ist im Haus der Begegnung e.V., Perleberger Straße 22, 19063 Schwerin, angesiedelt und bietet umfassende Beratung, soziale Begleitung und Unterstützung für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte. Zum Angebot gehören auch Hilfsmittelberatung sowie Hilfe bei Anträgen.
In einer fröhlichen Fragerunde wurde zunächst der Aufbau des Ohres besprochen. Dabei zeigte sich, dass einige Teilnehmende im Biologieunterricht offenbar gut aufgepasst hatten. Eine anschauliche Präsentation machte anschließend die unterschiedlichen Hörprobleme verständlich und zeigte, wie vielfältig die Auswirkungen auf den Alltag sein können.
Besonders eindrucksvoll war der persönliche Bericht eines SoVD-Mitglieds über die eigene Schwerhörigkeit und implantierte Hörgeräte. Solche praxisnahen Erfahrungen sind wertvoll, denn sie machen deutlich, dass Hörverlust nicht nur im Alltag gefährlich sein kann, sondern auch in die Isolation führen kann. Wer erste Anzeichen bemerkt, sollte deshalb frühzeitig eine*n Hörakustiker*in aufsuchen.
Auch die Sehminderung wurde ausführlich beleuchtet. Wenn der Blick trübt, hat das oft weitreichende Folgen für Alltag, Beruf und Psyche. Wer nicht mehr klar sehen kann, verliert ein Stück Unabhängigkeit. Lesen, Autofahren, der Umgang mit Technik oder selbst einfache Freizeitaktivitäten werden dann schnell zur Belastung.
Für Menschen mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen gibt es heute zahlreiche Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessern können. Viele dieser Hilfen werden bei ärztlicher Verordnung von den Krankenkassen übernommen.
Das Fazit fasste Vorsitzende Andrea Preuß-Borowsky zusammen: Oft sind es nicht allein die gesundheitlichen Einschränkungen, sondern vor allem gesellschaftliche Barrieren, fehlende Barrierefreiheit und mangelnde Inklusion, die Menschen mit Behinderungen am stärksten belasten. Umso wichtiger sind Aufklärung, Verständnis und konkrete Unterstützung, damit gleichberechtigte Teilhabe möglich wird.


